kinderarmut

Kinder werden als arm bezeichnet wenn folgende Kriterien zutreffen:

*    wenn die für ein einfaches tägliches Leben erforderlichen Mittel unterschritten werden

*    wenn es an unterstützenden Netzwerken, auch privat, für ihre soziale Integration mangelt

*    wenn sie von den für die Entwicklung von Sozialkompetenz wichtigen Sozialbeziehungen

     abgeschnitten werden oder sich selbst ausgrenzen

*    wenn Bildungsmöglichkeiten für die intellektuelle, kulturelle, soziale Entwicklung fehlen

*    wenn sie in ihrem Umfeld gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind

     (hier auch Drogen-, Tabak- und Alkoholabhängige Eltern)

*    wenn Kindern in Familien vernachlässigt werden, körperlich und seelisch und "zeitlich"

*    wenn Kindern in Familien und grundsätzlich Gewalt ausgesetzt sind

 

 

 1.Dimensionen von Armut bei Kindern und Jugendlichen in Österreich (ÖsterArm)

 Beim Versuch, Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen (bzw. Familien) adäquat zu bestimmen, ist es notwendig, neben monetären auch sonstige materielle, weiters soziale, kulturelle und psychische Aspekte zu berücksichtigen, sind es doch gerade diejenigen nicht-monetären Bereiche, die Armutserfahrungen, speziell auch bei Kindern und Jugendlichen, ausmachen und prägen.

Armut umfasst i.d.S. nicht nur einen Mangel an finanziellen Ressourcen, sondern auch an sonstigen materiellen und immateriellen Gütern (Zeit-, Erziehungsarmut), Einschränkungen in sozialen und kulturellen Belangen, (hauptsächlich ausgrenzende Erfahrungen), einen erschwerten Zugang zu allgemeiner Infrastruktur (Bildung, Arbeitsmarkt etc.) und wirkt sich nicht zuletzt negativ auf den gesundheitlichen Zustand (psychisch und physisch) aus. "Wer in Armut aufwächst, hat als Erwachsener eine schlechtere Gesundheit".
 

2. Monetäre Aspekte Exkurs: Messung von Armut und Armutsgefährdung

 Die offizielle Messung von Armut in Österreich basiert auf Ergebnissen des sog. "Europäischen Haushaltspanels", wonach von "Armutsgefährdung" gesprochen wird, wenn das Pro-Kopf-Haushaltseinkommen unter einem Schwellenwert von 60% des Medianeinkommens liegt. Der aktuelle Wert für Österreich beträgt hierfür € 780,- (weitere Haushaltsmitglieder werden gewichtet: Erwachsene mit 0,5, Kinder mit 0,3). Sollten zu dieser Einkommenseinschränkung noch weitere Belastungen hinzukommen (Schulden, Substandardwohnung, keine Möglichkeit, sich neue Kleider kaufen zu können), spricht man von "akuter Armut". Das heißt, knapp 30% der armutsgefährdeten Österreicher(-innen) sind unter 20 Jahre alt.

Einkommensarmut von Kindern und Jugendlichen

Öster-reich ist ein reiches Land und die sozialstaatlichen Sicherungssysteme reduzieren armut deutlich. So wären heute ohne diese Sozialtransfers insgesamt 41% der österr.Bevölkerung von Armut gefährdet, so sind es NUR 12%. Akut "ARM" sind 4% der Bevölkerung. Dies gliedert sich wie folgt auf

* 14% der männlichen und 16% der weiblichen unter 20-jährigen sind armutsgefährdet

*  in Zahlen: 126.000 männliche und 142.000 weibliche Kinder und Jugendliche

*  d.h. 28% der armutsgefährdeten Menschen sind Kinder und Jugendliche

*  akut arm sind 40.000 männliche und 49.000 weibliche Personen unter 20 Jahren ins. 28% der akut Armen

*  d.h. 30% der akut armen Österreicher und Österreicherinnen sind Kinder und Jugendliche unter 20

3. Lebenslagen-Aspekte bei Armut von Kindern und Jugendlichen

* Gesundheit *

 Arme Kinder von heute sind die chronisch Kranken von morgen. Bei Kindern 11-13 jährige von Erwerbslosen und Sozialhilfeempfängern treten überproportional asthmatische Erscheinungen und Kopfschmerzen auf. Die Atemwegserkrankungen kommen oft von feuchten Wohnungen usw. Teilt man die Gesellschaft in 3 Schichten, treten bei Kindern in der untersten Schicht mehr Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Einsamkeit auf.

* Ausbildung *

Benachteiligungen in der schulischen und beruflichen Ausbildung lassen sich mit der Tatsache beweisen, dass zwischen der sozialen Stellung der Eltern und dem Ausbildungsweg der Kinder nach wie vor ein starker Zusammenhang besteht. Armutskarrieren der Herkunftsfamilien werden so nahtlos fortgesetzt.

Hervorzuheben ist noch die Tatsache, dass viele Jugendliche lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen oder keine eigenständige Berufsausbildung beenden. Angesichts der Tatsache, dass Armut /Armutsgefährdung eng mit dem Aspekt mangelnde Bildung verknüpft ist, ist es schlüssig, dass die es auch so in weiteren "Armutskarrieren" endet.

Die Auswirkungen von KINDERARMUT lassen sich in einer "ARMUTSSPIRALE" zusammenfassen:

< Mangelerfahrung

< Rückzug aus dem sozialen Umfeld und Verleugung des Status

< Ängstlichkeit, Hilflosigkeit und mangelndes Selbstvertrauen

< Leistungsverlust oder gar nicht vorhandene Leistung in Schule und Ausbildung

< Kompensationsversuche durch negatives Gesundheitsverhalten < Übernahme in das Erwachsenenalter

Hier nicht zu vergessen die ZEITARMUT!!!!!!!! und die BEZIEHUNGSARMUT!!!!!!!!!!

 

Kinder, die in armutsgefährdeten Haushalten aufwachsen, haben ungünstigere Entwicklungsbedingungen in schulischer und beruflicher Ausbildung, in den familiären Beziehungen und Interaktionen, in Freizeit und Interaktion in gleichaltrigen Gruppen. Diese Belastungen führen zu Beeinträchtigungen des emotionalen, sozialen, somatischen und pysischen Wohlbefindens. D.h. Kinder, die in einer von Armut betroffenen Lebenslage aufwachsen, erleben nicht nur die Unterversorgung als traumatisch, sondern auch noch die Ohnmacht - aber auch die Muster - der Eltern, Probleme zu meistern. Armut als Lebenserfahrung ist somit verursacht. Kinder, die in Armut leben, bleiben arm, und auch ihre Kinder werden arm sein! Das Resultat: Armut als "soziales Erbe"!

Quelle: Das Familienhandbuch des Staatsinstitutes für Familienpädagogik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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